Kleine Bühne, großes Theater! Das Amalthea.

Antje Huißmann und Hansgeorg Enzian vor dem Eingang des Amalthea-Theaters.

Das kleinste Schauspielhaus Nordrhein-Westfalens versteckt hinter seiner Fassade ein großes Herz für die Kleinkunst. 57 Sitze vor einer Bühne, die gerade einmal Platz für einen Flügel, aber viel Raum für Kreativität bietet. Seit 14 Jahren werden hier Gastspiele sowie Eigenproduktionen aufgeführt, und regelmäßig Premieren gefeiert.

1997 gibt der in der Region legendär gewordene Puppenspieler Trixini seinen Spielort in der Paderborner Innenstadt auf. Das Herzstück der städtischen Kleinkunst steht vor dem Aus. Doch eine Gruppe von Theaterliebhabern sorgt für den Kulturerhalt - einer von ihnen ist Hansgeorg Enzian. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründet er den Amalthea-Verein, unter dessen Obhut die Räumlichkeiten weiter bestehen bleiben. Mit neuem Programm wird das einstige Puppentheater zum Schauplatz für Ein- oder Zweipersonenstücke, Kabarett und Musik.

Seinen Namen verdankt das Theater einer Ziege aus der griechischen Mythologie und einigen Gläsern Erdbeerbowle. Bis heute hat es sich als Bestandteil der Paderborner Kulturszene gehalten. Neben allem Künstlerischen beinhaltet die Leitung für das zehnköpfige Team aber auch ganz banale Aspekte. So stellen sich Hansgeorg Enzian im Alltag der Theaterverwaltung Fragen wie: „Ist genügend Mineralwasser da, und wer besorgt das Klopapier?"

Die Finanzierung läuft über städtische Fördermitteln sowie private Spenden, darunter auch der Flügel. Er prägt maßgeblich die Atmosphäre des Saales. Es ist das einmalige Ambiente, das die Besucher anzieht und für ein breitgefächertes Publikum sorgt.

Aus der geringen Größe macht das Amalthea-Theater eine Tugend. Intimität und die Nähe zwischen Publikum und Künstlern verleiht ihm einen besonderen Charme. „In der ersten Reihe braucht man bei uns schon einen Spuckschutz!“, witzelt Schauspielerin und Vereinsmitglied Antje Huißmann.


Programminformationen findet man auf der Website des Theaters: http://www.amalthea-theater.de.


Franz Rothe, Linda Längsfeld und Michael Lehmann

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