Filmisch Experimentieren

Filmische Experimente sind radikal. Wer radikal ist, sucht nach den tiefer liegenden Gründen der offensichtlichen Probleme.

Collage von Video-Stills aus den Seminarfilmen.

Wer radikal vorgeht, gibt sich nicht mit Symptombekämpfung zufrieden. Filmradikale dringen zu den Wurzeln der Gestaltungsprobleme vor und versuchen die Hinter- und Untergründe zu durchdringen. Diese Forscherkompromisslosigkeit ist der Grund, warum Experimentalfilme zuweilen unbekömmliche Kost bieten.

'Krise' von Alice Bleistein bebildert in einem surrealen Filmclip den Informations-Overkill.

Aber Experimentalfilme müssen nicht per se schwer zugänglich sein. Die Geschichte des experimentellen Films ist voll von liebevoll gemachten, unterhaltsamen Werken oder Materialien, die in ihrer Unbefangenheit bezaubern oder einfach nur für Irritationen sorgen.

In dem experimentellen Kurzfilm 'Wanderlust' wird das Wandern zur metaphysischen Erfahrung.

Viele filmische Experimente wollen schocken - schocken, um aufzuzeigen, was bisher unentdeckt war. Mal kommen Experimentalfilme minimalistisch daher, mal strotzen sie von überbordender Opulenz. Immer geht es um Verfremdung. Das kann so weit gehen, dass ein Experimentalfilm bewusst schlecht gemacht aussieht. Aber Vorsicht! Der Scheindilettantismus darf nicht zum Vorwand für Unvermögen werden.

Aus all diesen Gründen sollten auch die studentischen Video-Experimente aus dem Wintersemester 2015/16 auf  - und an - die Nerven gehen.

Thomas Strauch und Carsten Engelke

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