Im Hörspielstudio: Sprache trifft Sounds

Schärfestudie (Foto: Adelheid Rutenburges)

Hörspiele haben eine lange Tradition. Als Sprechkunstwerke waren sie im vorigen Jahrhundert ein Medienhit. Im experimentellen Radio entdeckte das Hörspiel die Kraft rhythmischer Geräusche und die Magie künstlicher Sounds. Die menschliche Stimme als ‚Spreche’, Gesang oder Geräuschsample ist darum heute ebenso Mittel des Hörspiels wie Musik und Rhythmusgruppen montierter akustischer Umwelt. So entstanden und entstehen Radioklangereignisse mit einem eigenen Reiz. Im Wintersemester 2017/18 entstanden Kurzhörspiele, die als eigenwillige und experimentierfreudige Hörevents alles dürfen sollten nur nicht langweilen.

In dem Stück Amontillado setzen sich Felix Berger und Sophie Holzmann mit einem Edgar Allen Poe-Text auseinander und entführen uns in die krude Welt eines schizophrenen Selbstmörders.

Anna Lemke lässt uns in BI-Sprache daran teilhaben, wie ein Sprachvirus ein Fernsehstudio übernimmt.

Lukas Klemp experimentierte in seinem Kurzhörspiel Ex Machina mit den Sprechkünsten der virtuellen Welt und stellt fest, dass Alexa und Freunde mit Hölderlin ihre Schwierigkeiten haben.

Sarah Lau inszeniert ihren selbstgeschriebenen Text zum Thema Stille mit Hilfe korrespondierender, im Raum wandernder Stimmen. Es gelingt ihr den Zuhörer in eine Welt zu versetzen, die nur im Radio existieren kann.

Nicolas Pfister arrangiert ein soundstarkes Stück über einen Social Media Nightware. Hier übernehmen eindeutig die Sounds die Regie gesprochener Sprache.

Mathea Pittelkow nimmt Goethes Text der klassischen Walpurgisnacht als Ausgangspunkt zu ihrem akustischen Ausflug ins Surreale.

Lena Röseler schafft es in Woyzeck in einer Sound-Sprachcollage, das Reifen eines Mörders für die Tat nachzuvollziehen.

Felix Kleemeyer beschäftigt eine Raucherpause.

 

Thomas Strauch

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