OWL - das Silicon Valley Deutschlands?

Paderborn bewährter Standort für studentische Existenzgründer

Tim Körber, Mitbegründer von „veed“, an seinem Arbeitsplatz.

Ein erfolgreiches Start-up auf die Beine zu stellen, geht auch außerhalb Berlins. Realisieren wollen das auch die jungen Gründer von „veed“ aus Paderborn. „Veed“ ist eine „Plattform für Studenten, in der sie sich über Studiengänge, Vorlesungen und Themenbereiche austauschen können“, so Tim Körber, einer der Mitbegründer. Wichtig ist, „dass es sich ausschließlich um Lerninhalte handelt und nicht wie eine Social-Media-Plattform genutzt wird“. Beispielsweise können verpasste Seminarsitzungen durch das Uploaden von Mitschriften anderer Studenten leichter nachgeholt werden.

Eine große Hilfestellung bei der Gründung bot ihnen das Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn, TecUp. Es unterstützt seit 2014 Entwickler auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit. Studenten, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter profitieren von kostenlosen Beratungen, Veranstaltungen und universitären Seminaren. Die kompetente Betreuung der TecUp-Mentoren trägt bei „veed“ bereits erste Früchte: Bei einer der regelmäßigen TecUp-Veranstaltungen knüpften sie gezielte Kontakte zu Förderern und ergatterten kostengünstige Büroräume im Technologiepark.

Für ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen braucht es, neben guten Ideen und den nötigen Räumlichkeiten, vor allem finanzielle Mittel. Hierfür stellt das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit Hilfe der Europäischen Union 20 Millionen Euro für die Förderung von Startups zur Verfügung. Ein ausgewähltes Start-up kann bis zu 240.000 Euro Förderungsgeld erhalten – ohne Rückzahlung.

Als Voraussetzungen nennt Prof. Dr. Rüdiger Kabst, Leiter des TecUp-Centers, die Idee zu einer neuen Technologie, die darüber hinaus das Potenzial besitzt, wirtschaftlichen Erfolg zu generieren. Außerdem müssen die Projekte auf Wissen basieren, das aus Lehre und Forschung an der Universität stammt. Zweck der Förderung, so Kabst, ist unter anderem, dass „viele Absolventen nicht nur nach Hamburg, München, Köln gehen, sondern in der Region bleiben. Wenn sie dann noch ein Unternehmen gründen und Arbeitsplätze schaffen, umso besser.“

So entstanden in den vergangenen Jahren im Kreis OWL bereits 8000 Arbeitsplätze durch 170 neu gegründete Unternehmen. Um diesen auch in Zukunft genügend Räumlichkeiten zu bieten wird im Auftrag zweier Paderborner IT-Start-ups der ersten Stunde, Axon und Neam, momentan ein weiterer Gebäudeteil im Technologiepark Paderborn errichtet. Die auf fünf Ebenen geplanten 2500 m² werden die beiden Firmen nur teilweise selbst nutzen. Der Hauptanteil soll an andere Unternehmer vermiete werden, vor allem an junge Start-ups. 

von Philipp Böhnke, Valeria German, Mariya Zimniok

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