Vom Drehbuch zum fiktionalen Kurzfilm

Das Besondere eines fiktionalen Kurzfilms ist die extreme Reduktion und Verdichtung aller inhaltlichen und dramatischen Aspekte einer Geschichte. Ohne große Exposition setzt die Handlung direkt ein und gibt den Blick, zumeist sehr ausschnitthaft, auf eine tragische oder komische Situation im Leben eines Menschen frei.

Collage aus Standbildern der Kurzfilm-Produktionen 2015.

Die Idee eines Spielfilms durchläuft während der Vorproduktion fast immer viele verschiedene schriftliche Phasen. Da sind die Beschreibung des Handlungsverlaufs im Exposé, das Hinzufügen von Dialogen oder Milieuzeichnungen im Treatment und natürlich das endgültige Drehbuch mit der konkreten Beschreibung von Einstellungen. Das sind wichtige Stufen, um die Filmidee in eine verfilmbare Form zu bringen. 

Im realen Filmbetrieb haben Drehbauchautoren sehr häufig nichts mit der anschließenden Verfilmung ihres Werkes zu tun, oft sind sie selbst Dienstleister, die im Auftrag eine Idee schriftlich umsetzen. Inwieweit sich das Drehbuch in seiner Ursprungsidee im Film wieder findet, hat der Autor nicht in der eigenen Hand. Das Produktionsteam, angeführt von Produzent und Regisseur, nimmt das Drehbuch und versucht dieses in eine filmische Gestalt umzusetzen. Genau diese Transfersituation hat sich auch im Sommersemester 2015 an der Universität Paderborn abgespielt. Drei studentische Filmteams haben im medienpraktischen Seminar „Die Spielfilmproduktion“ auf Basis eines vorhandenen studentischen Drehbuches einen eigenständigen Film gedreht.

"Die Touristenfalle" nach einem Drehbuch von Daniel Welsch.

Weitere Filme aus dem Seminar sind die Mystery-Tragödie Herzblut sowie Begrabene Erinnerungen, eine biografische Spurensuche in die ländlichen Abgründe Ostwestfalens.

Ein anderer Ansatz zur Produktion eines Kurzfilms wurde im Seminar „Filmcamp III“ verfolgt. Ergebnis war hier ebenfalls ein fiktionaler Kurzfilm, allerdings mit der Einschränkung, dass die Studierenden vom ersten Brainstorming bis zur Premiere im Internet nur eine Woche Zeit hatten. In dem kurzen Film „Der Gast“ provoziert eine einseitig getroffene Entscheidung eine starke verbale Auseinandersetzung in einer Zweierbeziehung.

"Der Gast" von Freddy Dreier, Adrian Lund, Lucas Pauly, Benedikt Pinger und Christian Rieksmeier.

Carsten Engelke

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