Bienensterben

Paderborner Imker auf Rettungsmission.

Auf Rettungsmission: Vorsitzender Günther Kley

Die aktuelle Problematik rund um das Bienensterben betrifft auch den „Imkerverein Paderborn". Der Verband setzt sich seit 1899 für den langfristigen Naturschutz und die Landschaftspflege ein, wobei „die Liebe zur Biene“ im Vordergrund steht, wie die Vereinsmitglieder erzählen.

Durch eintönige Landwirtschaftsflächen, das Schwinden natürlicher Grünflächen, Schädlinge und Pestizide ist das Leben der Wild- und Honigbienen in der freien Wildbahn schon lange bedroht. Um die Lebensgrundlage der Bienenvölker zu sichern und zu verbessern, unterstützt der Paderborner Imkerverein daher die fachliche Ausbildung von Neuimkern: „Jungimker können hier die wichtigsten Tricks lernen, finden Stellplätze für ihre ersten Bienenvölker und treten in den Austausch mit erfahrenen Züchtern“, berichtet der Vereinsvorsitzende Günter Kley, der selbst insgesamt elf Bienenvölker in Schloß-Neuhaus, Sennelager und Elsen hält. Die meisten Mitglieder haben bereits einige Jahre Erfahrung mit der Bienenzucht, bei der es um weit mehr als den reinen Honigertrag geht. Ein wichtiges Kriterium bei der Beobachtung der Bienenvölker ist zum Beispiel ihre Varroamilben-Toleranz.

Die Varroamilbe wurde bereits in den 1990er Jahren von Asien nach Deutschland importiert. Ihr Befall sorgt bis heute für die Auslöschung ganzer Wildbienengattungen. Um die Honigbiene vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, müssen die Imker ihre Völker intensiv pflegen. Kley erläutert: „Um die Parasiten zu töten, müssen die Honigbienen mit Säuren behandelt werden. Die Behandlung geschieht ausschließlich mit organischen Säuren wie Ameisensäure oder Milchsäure und im Winter mit Oxalsäure.“ Diese hinterlassen keine Rückstände im Honig.

Ein Bienenvolk des Imkervereins bei der Arbeit.

Beim Züchten von Bienen, so erklärt der Vorsitzende weiter, entscheidet vor allem das Erbgut der Bienenkönigin. Aus diesem Grund bietet das Imkerteam um Günther Kley jährlich den “Umlarvtag” an. Dabei erhalten interessierte Imker Arbeiterinnenlarven von ausgewählten Völkern der Züchtergruppe Paderborn, um Jungköniginnen aufzuziehen. Zusätzlich bietet der Verein einen „Königinnen-Sammeltransport“ an, womit eigene Jungköniginnen auf der Inselbelegstelle Norderney aufgestellt werden können. „Diese Angebote sind nicht auf die Mitglieder des Imkervereins Paderborn beschränkt, wir freuen uns über alle Imker, die sich beteiligen“, so der Verband.

Der Verein möchte auch private Haushalte dazu motivieren, eine qualitative Lebensgrundlage für die Bienen zu schaffen. Alle Blumen – ob nun in freier Wildbahn oder auf dem Balkon - bilden ein gefundenes Fressen für die Insekten. Auch passende Nistplätze können schnell geschaffen werden: Ein hohler Baumstamm im Dickicht reicht schon aus.

Der Paderborner Imkerverein berät Interessenten gerne zu allen Fragen rund um das  Thema Honigbienenhaltung und -schutz. Die Mitglieder treffen sich an jedem Sonntag von 10.30 bis 12.00 Uhr, um aktuelle Belange zu diskutieren. Neugierige sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen finden Sie unter www.imkerverein-paderborn.de.

Mandy Malon & Sandra Weigant

Suche im Journal

Artikel im Journal


Das Journal

Texte zu Produktionen der Medienpraxis oder Themen die trimedial - in Form eines journalistischen Artikels mit Pressefoto, als Hörfunk- und Fernsehbericht - aufbereitet werden, sind Hauptbestandteil des Journals.