Heimat, war da was? – eine filmische Spurensuche

Ist ‚Heimat‘ ein neuer Modebegriff? Es mag dafürsprechen, dass es nicht nur Heimat-Museen, sondern seit einigen Jahren auch Heimat-Ministerien gibt.

Klischeebild "Heimatsuche" aus Kurzfilm "Forsthaus Teutoburger Wald"

Und die Studierenden fahren nach Ende der Vorlesungszeit, wie sie sagen, in die Heimat. Dem Motiv ‚Heimat‘ wurde deshalb im Sommersemester 2019 mit Hilfe des Mediums Video dokumentarisch oder spielfilmisch nachgegangen.

In dem Film ‚Glaube - Sitte - Heimat‘ stellen die Studierenden Henry Lausen, Mandy Malon und Bastian Pulsmeier den Holländer Kees Cornelius vor, der sich im Schützenverein Kirchborchen ohne Wenn und Aber heimisch fühlt. Der Holländer lebte und arbeitete viele Jahre in Südafrika, bis ihn sein beruflicher Werdegang in den Kreis Paderborn führte. Seine Erfahrung: Jeder Mensch kann sich in der Fremde heimisch fühlen, wenn er sich den Gegebenheiten anpasst. 

‚Fremdeln‘ ist eine filmische Selbsterkundung, in der Nadine Dubberke, eine Deutsche mit pakistanischen Wurzeln, sich die Frage stellt, wieviel pakistanische Mentalität ihr zugänglich ist. Sie wird auf ihrer Erkundung von Moritz Herrmann, Bodo Janßen und David Lindner videografisch unterstützt.

Im Kurz-Dokumentarfilm ‚Potthässlich - Dortmund & das Ruhrgebiet im Wandel‘ spüren Tim Wycisk und Lukas Dressler dem vielbeschworenen Strukturwandel im Ruhrgebiet nach. Ausgangspunkt ist der Dortmunder Phönix-See, ehemals das Stahlwerk Phönix-Ost.

In dem Kurzspielfilm ‚Mama, ich will umziehen‘ beschließt eine junge Frau vom Land zum Studieren nach Dortmund zu ziehen. Die Filmerinnen Anna Grote, Marie Kampe, Luisa Schmidt und Sophia Tebrügge stellen der offenen Unverbindlichkeit der Städter die vertraute Enge der Geburtsheimat gegenüber.

In allen vier Beiträgen ist Heimat, sich heimisch fühlen, heimisch werden ein existentielles Problem. Mit Heimatfolklore hat es, auch wenn es an der Oberfläche manchmal so aussehen könnte, wenig zu tun hat.

Thomas Strauch

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