Hörspielstudio: Soundscapes

Das Hörspiel ist seit Anbeginn des Radios (1920er Jahre) fester Programmbestandteil. In der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg waren das Hörspiel und sein journalistischer Zwilling das Feature diejenigen Medien, die eine unbekannte Welt zu den von den Nazis abgeschirmten Deutschen brachten. Es war auch ein Höhepunkt des Sprachkunstschaffens.

Schärfestudie (Foto: Adelheid Rutenburges)

Seit den 1960er Jahren erweiterten Radioschaffende die Hörspielarbeit radikal zur akustischen Kunst. Inzwischen hat die digitale Technik die Ästhetik der Hörweltarbeit durch einen Zoo künstlicher Sounds noch einmal verändert. Eine dieser Varianten des Hörspiels sind die sogenannten Soundscapes.

Soundscapes sind zunächst akustische Befragungen der kulturellen und natürlichen Umgebung. Mit dem Mikrofon wird das Eigentümliche und das Typische von Räumen und Orten erlauscht. Doch diese dokumentarisch erlauschten unbekannten Hörwelten können noch originell weiterverarbeitet werden und bereichern als Collagen unser Hören mit überraschenden Hörerlebnissen.

Mona Hegers schafft mit Hilfe der Sounds ihrer Nähmaschine und Zuschneidewerkzeuge eine clipartige Geräusch-Sinfonie.

Aljoscha Guenther verfremdet Waldgeräusche zu einer denaturalisierten Soundumwelt.

Amelie Sophie Bolz nimmt uns auf einer akustischen Flucht aus einem von Sommergeräuschen durchwabernden Zimmer mit.

Maurice-Andree Dzafic und Reinhold Lehnhardt-Niederstebruch erkunden mit dem Mikrofon den Übungsflur der Musikpädagogen am der Universität Paderborn.

Daniel Krestowsky nennt seine Studie von Sounds im Handwerkerumfeld ‚Rotation‘.

Thomas Strauch

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