Drei Wege führen zum Studium

Die Straßenschilder auf dem Campus der Universität Paderborn bieten besonders für Neulinge wichtige Orientierungshilfen und bringen fast vergessene Persönlichkeiten Paderborns zurück in die Gegenwart.

Von der Warburger Straße führt die Fanny-Nathan-Straße zum Haupteingang der Universität Paderborn und weiter bis zum Pohlweg. Auf halbem Weg führt der Broder-Carstensen-Weg rechts Richtung Campus-Kern vom Pub bis zum P-Gebäude. Quer dazu vernetzt der Liese-Dreyer-Weg das Gästehaus, Studentenwerk und den Parkplatz mit dem Campus.

Fragt man sich, wer hinter den Namensträgern der drei Campusstraßen steckt, trifft man auf wichtige, jedoch kaum bekannte Persönlichkeiten der Paderborner Stadtgeschichte:
Fanny Nathan war die Gründerin des jüdischen Waisenhauses in Paderborn. Dies lag in der Leostraße 3. Der Liese-Dreyer Weg ist nicht nur geografisch nahe der Fanny Nathan Straße: Liese Dreyer war die letzte Leiterin des Waisenhauses. Sie wurde 1942 mit ihren Kindern nach Auschwitz deportiert.
Broder Carstensen war Anglist und Gründungsrektor der Gesamthochschule Paderborn von 1972- 1976.

Wer benennt die Straßen?

„Die Heimatvereine der einzelnen Stadtbezirke schlagen Namen für neue Straßen vor, über diese wird im nächsten Schritt im Stadtrat abgestimmt“ ,berichtet Rolf-Dietrich Müller, Leiter des historischen Archivs Paderborn. In seinem Verzeichnis findet er das Entstehungsjahr der Fanny-Nathan-Straße auf Anhieb: 1977. Bei Liese Dreyer und Broder Carstensen wird es dann schon schwieriger, da diese nach 1999 erst benannt wurden. „Zu neu“ meint Müller.
Im Internet sind die neuen Wege jedoch bereits in einschlägigen Straßenverzeichnissen zu finden und auf dem Campus helfen sie der präzisen Wegbeschreibung.
Floskeln wie „da oben am Audimax“ oder „der Weg da parallel zum Südring“ werden Dank Fanny Nathan, Liese Dreyer und Broder Carstensen obsolet.
Wer sich genauer informieren möchte: Für 3 Euro gibt es im historischen Museum Paderborn ein Buch mit den historischen Bedeutungen der Stadt Paderborn zu kaufen.
Mehr Infos gibt es unter: Stadt Paderborn im Web

Yvonne Götzl


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