Im Hörspielstudio: Pop-Hörspiel

Pop-Hörspiele sind seit den 70er Jahren eine Format-Variante des Hörspiels. Schon als Sprechkunstwerke waren Hörspiele im vorigen Jahrhundert ein Medienhit. Im experimentellen Radio entdeckten die Hörspielmacher frühzeitig die Kraft rhythmischer Geräusche und die Magie künstlicher Sounds. Soundsamples sind darum ebenso zum Mittel des Hörspiels geworden wie Musik und Rhythmusgruppen montierter akustischer Umwelt. So entstanden und entstehen Radioklangereignisse mit einem eigenen Reiz. Diese Tradition setzen die Pop-Hörspiele fort.

Schärfestudie (Foto: Adelheid Rutenburges)

 Leitmedien der Popkultur sind Musik, Mode, Trash. Als Sprechkunstwerke, die Pophörspiele auch sein können, orientieren sie sich an der Popliteratur. Sie bedienen Mainstream-Ästhetiken (Massentauglichkeit), wollen aber auch antibürgerliches Rebellentum und einen Hang zur Provokation nicht verleugnen. Eine widersprüchliche, fragwürdige und darum interessante, herausfordernde Aufgabe für Klangkunstakustiker, wie künstlerisch ambitionierte Pophörspielmacher auch genannt werden.

Im Seminar entstanden Kurzhörspiele, die als eigenwillige und experimentierfreudige Klangwelten alles durften, nur nicht langweilen:

Armin-Alexander Hiltl und Naemi Sophie Wetter entführen den Hörer auf den Planeten ‚Alpha Taurus‘. Dort muss ein Astronaut erleben, dass Computer eigensinnig sind.

Bodo Janßen und Daniel Kresowsky erkunden in dem Akustikclip ‚Chaos and Confusion‘ ein Lebensgefühl zwischen Panik und esoterischer Selbstbehauptung.

Tim Mejerski entführt uns in ‚Der Kazoo-Killer‘ in die skurrile Welt eines Kleinstadt-Detektivs. 

Sophie Taphorn geht auf ‚Popkultour‘ und entdeckt die Schrecken der allgegenwärtigen Algorithmen.

Svenja Wesemann kontrastiert in ‚The Land of the Free‘ Zitate klassischer amerikanischer Dichter mit News des US-Kurznachrichten-Präsidenten. 

Charline Malter und Pia Scherwinski lassen uns akustisch am Schicksal einer gemobbten Schülerin teilhaben.

Thomas Strauch

 

 

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